
Soul Train im TV: Wie die Show die deutsche Mode revolutionierte
Wer in den 70ern und 80ern vor dem Fernseher saß, konnte sich dem Zauber von Soul Train kaum entziehen. Die US-amerikanische Musikshow war nicht nur ein Fest für die Ohren, sondern auch ein visuelles Spektakel – und genau das machte sie zu einem globalen Phänomen. Während in Deutschland noch Schlaghosen und Plateauschuhe dominierten, zeigte Soul Train eine ganz neue Ästhetik: schillernde Farben, weite Schnitte, glänzende Stoffe und eine lässige Attitüde, die bald auch hierzulande Einzug hielt. Doch wie genau beeinflusste die Show die deutsche Mode? Und welche Spuren hat sie bis heute hinterlassen?
Key Facts: Soul Train und sein Einfluss auf die Mode
- Erste Ausstrahlung 1971: Soul Train startete in den USA und wurde schnell zum Kult. Die Show war eine der ersten, die afroamerikanische Musik und Kultur einem breiten Publikum präsentierte – und damit auch deren Mode.
- Don Cornelius als Stil-Ikone: Der Moderator mit seinen schicken Anzügen und der markanten Stimme wurde zum Vorbild für viele. Sein Look war eine Mischung aus Eleganz und Coolness, die auch in Deutschland nachgeahmt wurde.
- Tanz als Trendsetter: Die legendären Tanzszenen in Soul Train inspirierten nicht nur Choreografien, sondern auch die Kleidung. Weite Hosen, bunte Hemden und Accessoires wie Sonnenbrillen oder Hüte wurden zum Markenzeichen.
- Deutsche Adaptionen: In den 80ern übernahmen deutsche Musiksendungen wie Formel Eins oder Musikladen Elemente von Soul Train – von der Bühnenästhetik bis zu den Outfits der Moderatoren.
- Einfluss auf Subkulturen: Besonders in der Hip-Hop- und Breakdance-Szene der 80er und 90er war der Soul Train-Look ein wichtiger Bezugspunkt. Auch heute noch finden sich Elemente davon in Streetwear und High Fashion.
Von den USA nach Deutschland: Wie Soul Train die Mode eroberte
Soul Train war in den USA ein kultureller Meilenstein – und sein Einfluss reichte bis nach Europa. In Deutschland wurde die Show vor allem über AFN (American Forces Network) und später über private Sender wie RTL Plus ausgestrahlt. Für viele war es die erste Begegnung mit afroamerikanischer Mode, die sich deutlich von den damals in Deutschland vorherrschenden Trends unterschied.
Die Outfits in Soul Train waren oft farbenfroh, lässig und gleichzeitig hochstylisch. Während in Deutschland noch die Disco-Ära mit Glitzer und engen Hosen dominierte, zeigte Soul Train eine Alternative: weite, fließende Schnitte, kombiniert mit auffälligen Mustern und Accessoires. Besonders die „Soul Train Line“ – die Tanzformation, bei der die Tänzer paarweise aneinander vorbeizogen – wurde zum Symbol für diese Ästhetik. Die Kleidung musste nicht nur gut aussehen, sondern auch Bewegungsfreiheit bieten – ein Konzept, das später auch in der deutschen Mode aufgegriffen wurde.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Vermischung von Streetwear und High Fashion. Künstler wie James Brown oder Aretha Franklin trugen auf der Bühne oft maßgeschneiderte Anzüge oder glamouröse Roben, die gleichzeitig urban und luxuriös wirkten. Diese Kombination fand auch in Deutschland Anklang, etwa bei Künstlern wie Udo Lindenberg, der mit seinem „Panik-Look“ ähnliche Akzente setzte.
Die Soul-Train-Ära in Deutschland: Wer trug den Trend?
In Deutschland wurde der Soul Train-Einfluss vor allem in den 80er-Jahren sichtbar. Die Mode dieser Zeit war geprägt von einer Mischung aus US-amerikanischen und europäischen Stilen – und Soul Train spielte dabei eine zentrale Rolle. Besonders in der Hip-Hop- und Breakdance-Szene wurden die Outfits aus der Show adaptiert. Weite Hosen, bunte T-Shirts und Turnschuhe wurden zum Standard, kombiniert mit Accessoires wie Basecaps oder Goldketten.
Auch in der Popmusik hinterließ Soul Train Spuren. Künstler wie Hall & Oates oder Kool & The Gang brachten den Soul-Train-Sound nach Deutschland – und mit ihm auch den dazugehörigen Look. Ihre Auftritte in deutschen Musiksendungen wie Musikladen zeigten, wie sehr die US-Ästhetik auch hierzulande ankam.
Ein besonders interessantes Beispiel ist die deutsche Band „Dschinghis Khan“, die mit ihrem Disco-Sound und ihren schillernden Outfits ebenfalls Elemente aus Soul Train aufgriff. Auch wenn sie eher dem Euro-Disco zuzuordnen sind, zeigt ihr Stil, wie vielfältig der Einfluss der Show war.
Warum Soul Train bis heute nachhallt
Der Einfluss von Soul Train auf die deutsche Mode ist kein Relikt der Vergangenheit – er wirkt bis heute nach. Besonders in der Streetwear und High Fashion finden sich immer wieder Anklänge an die Ästhetik der Show. Marken wie Adidas oder Puma haben in den letzten Jahren Kollektionen herausgebracht, die sich explizit auf die 70er- und 80er-Jahre beziehen – und damit auch auf Soul Train.
Auch in der Musikszene ist der Einfluss spürbar. Künstler wie Jan Delay oder Mark Forster kombinieren in ihren Auftritten oft Soul-Elemente mit modernen Stilen – und greifen dabei auch auf die Mode der Soul Train-Ära zurück. Selbst in der Tanzszene lebt der Geist der Show weiter: Choreografien, die an die „Soul Train Line“ erinnern, sind heute noch ein fester Bestandteil von Musikvideos und Live-Auftritten.
Ein weiterer Grund, warum Soul Train bis heute relevant ist, liegt in seiner kulturellen Bedeutung. Die Show war eine der ersten, die afroamerikanische Kultur einem breiten Publikum zugänglich machte – und das zu einer Zeit, in der Rassismus und Diskriminierung noch weit verbreitet waren. Dieser Aspekt macht Soul Train nicht nur zu einem modischen, sondern auch zu einem historischen Phänomen.
Fazit: Ein kulturelles Erbe, das bleibt
Soul Train war mehr als nur eine Musikshow – es war ein kulturelles Ereignis, das die Mode weltweit prägte. In Deutschland hinterließ die Show besonders in den 70ern und 80ern Spuren, die bis heute sichtbar sind. Von schillernden Outfits über lässige Tanzstile bis hin zu einer neuen Ästhetik, die Streetwear und High Fashion verband: Soul Train hat die deutsche Mode nachhaltig beeinflusst.
Doch der Einfluss der Show geht über die Mode hinaus. Soul Train war ein Symbol für Vielfalt, Kreativität und Selbstbewusstsein – Werte, die auch heute noch relevant sind. Vielleicht ist das der Grund, warum die Show bis heute so viele Menschen inspiriert – ob in der Mode, der Musik oder der Kultur insgesamt.
Wer sich für die Verbindung von Musik und Mode interessiert, sollte auch einen Blick auf die Geschichte von David Bowie und Ziggy Stardust werfen. Bowie war ein weiterer Künstler, der mit seinem Stil ganze Generationen prägte – und dessen Einfluss bis heute nachhallt.
FAQ
Was war Soul Train und warum war die Show so einflussreich?
Soul Train war eine US-amerikanische Musikshow, die von 1971 bis 2006 ausgestrahlt wurde. Sie war eine der ersten Sendungen, die afroamerikanische Musik und Kultur einem breiten Publikum präsentierte. Die Show war nicht nur für ihre Musik bekannt, sondern auch für ihre Mode und Tanzstile, die weltweit Trends setzten.
Wie beeinflusste Soul Train die deutsche Mode?
Soul Train zeigte eine Ästhetik, die sich deutlich von der damaligen deutschen Mode unterschied: schillernde Farben, weite Schnitte und eine lässige Attitüde. Besonders in den 80er-Jahren wurden diese Elemente in Deutschland adaptiert, etwa in der Hip-Hop- und Breakdance-Szene oder von Popkünstlern wie Hall & Oates.
Welche Künstler aus Soul Train prägten die Mode besonders?
Künstler wie James Brown, Aretha Franklin und die Tänzer der „Soul Train Line“ waren besonders einflussreich. Ihre Outfits – von maßgeschneiderten Anzügen bis zu glamourösen Roben – wurden weltweit nachgeahmt und prägten die Mode der 70er und 80er.
Gibt es heute noch Spuren von Soul Train in der deutschen Mode?
Ja, besonders in der Streetwear und High Fashion finden sich immer wieder Anklänge an die Soul Train-Ästhetik. Marken wie Adidas oder Puma haben Kollektionen herausgebracht, die sich auf die 70er- und 80er-Jahre beziehen – und damit auch auf den Stil der Show.
Warum ist Soul Train bis heute so beliebt?
Soul Train war nicht nur eine Musikshow, sondern ein kulturelles Phänomen. Die Show stand für Vielfalt, Kreativität und Selbstbewusstsein – Werte, die auch heute noch relevant sind. Zudem hat sie die Mode und Musik nachhaltig geprägt, was bis heute spürbar ist.



