
Humble Pie und Steve Marriott: Neuigkeiten, Mythen und ihr unsterbliches Erbe
Es war ein Abend, der in die Geschichte einging: 1971 stand Humble Pie im strömenden Regen vor 55.000 Fans im New Yorker Shea Stadium. Die Band, gerade erst mit ihrem fünften Album Smokin’ in den US-Charts explodiert, spielte unter Lebensgefahr – doch Steve Marriott, der kleine Mann mit der großen Stimme, brüllte ins Mikro: „Es regnet, und wir geben einen Scheiß drauf!“ Das Publikum tobte, die Band rockte bis zum Umfallen, und Humble Pie waren endgültig in Amerika angekommen. Doch wer waren diese Briten, die mit einer Mischung aus Blues, Soul und hartem Rock die Bühnen der Welt eroberten? Und warum ist ihr Sound heute noch so frisch wie damals?
Die Geschichte von Fleetwood Mac und Rumours zeigt, wie persönliche Konflikte Musikgeschichte schreiben – bei Humble Pie war es purer Adrenalinrausch, der ihre Legende begründete. Doch hinter den Kulissen brodelte es: Peter Frampton verließ die Band just nach dem Shea-Stadium-Gig, und die Suche nach einem neuen Sound begann. Das Ergebnis? Ein Album, das bis heute als Blaupause für Blues-Rock gilt – und dessen Neuauflagen jetzt in audiophiler Qualität erscheinen.
Key Facts: Humble Pie und Steve Marriott
- Gründung 1969: Humble Pie entstanden aus den Überresten der Small Faces (mit Steve Marriott) und The Herd (mit Peter Frampton). Die Chemie zwischen Marriott und Frampton war explosiv – bis Frampton 1971 ging.
- Durchbruch mit Smokin’ (1972): Das Album katapultierte die Band in die Top 10 der US-Charts. Songs wie 30 Days in the Hole oder Hot ’n’ Nasty wurden zu Hymnen des Boogie-Rock.
- Live-Monster: Humble Pie waren eine der wildesten Live-Bands der 70er. Ihre Konzerte dauerten oft über drei Stunden, mit improvisierten Jams und Marriotts rauchiger Stimme, die zwischen Soul-Gesang und Rock-Gebrüll wechselte.
- Verlorene Mastertapes: Das Debütalbum As Safe As Yesterday Is (1969) galt jahrzehntelang als klanglich verunglückt – bis 2025 die originalen Bänder wieder auftauchten und neu gemastert wurden.
- Tragisches Ende: Steve Marriott starb 1991 bei einem Hausbrand, nur 44 Jahre alt. Die Band löste sich auf, doch ihr Einfluss lebt weiter – von Aerosmith bis zu den Black Crowes.
Die Geburt einer Supergroup: Wie alles begann
Alles fing mit einem Telefonat an. Steve Marriott, gerade aus den Small Faces ausgestiegen, rief Peter Frampton an: „Lass uns was Neues machen – härter, bluesiger, ohne diesen Pop-Scheiß.“ Frampton, damals schon ein Teenager-Idol mit The Herd, sagte sofort zu. Zusammen mit Bassist Greg Ridley (ex-Spooky Tooth) und Schlagzeuger Jerry Shirley formten sie Humble Pie – eine Band, die von Anfang an polarisierte. Die Musikpresse nannte sie „die erste echte Supergroup Großbritanniens“, doch Marriott hasste den Begriff: „Wir sind einfach vier Typen, die zusammen Musik machen. Punkt.“
Ihr erstes Album As Safe As Yesterday Is (1969) war eine wilde Mischung aus Heavy Blues, Folk und psychedelischen Experimenten. Produziert von Andrew Loog Oldham (dem Ex-Manager der Rolling Stones) und aufgenommen mit dem legendären Toningenieur Andy Johns, sollte es eigentlich ein Meisterwerk werden. Doch dann passierte das Unglaubliche: Das Mastertape verschwand auf dem Weg zum Mastering-Studio in New York. Panik brach aus. Die Band musste mit einer minderwertigen Abhörkopie vorliebnehmen – das Ergebnis klang flach und dumpf. „Wir haben geweint, als wir das fertige Album gehört haben“, erinnerte sich Jerry Shirley später. Erst 2025 tauchte ein Sicherheitsmaster auf, und das Album konnte endlich so klingen, wie es sollte.
Smokin’: Das Album, das alles veränderte
Nach dem klanglichen Desaster des Debüts brauchte Humble Pie einen Hit – und den lieferten sie mit Smokin’ (1972). Doch der Weg dorthin war steinig. Peter Frampton, der Gitarrist und zweite Frontmann, verließ die Band kurz nach den Aufnahmen. „Wir haben uns einfach auseinandergelebt“, sagte Frampton später. „Steve wollte härter rocken, ich wollte mehr in Richtung Singer-Songwriter gehen.“ Sein Ersatz wurde Dave „Clem“ Clempson, ein ehemaliger Colosseum-Gitarrist, der den Sound der Band noch rauer und bluesiger machte.
Das Ergebnis war ein Album, das bis heute als einer der besten Live-Rock-Longplayer aller Zeiten gilt. Smokin’ enthält drei ihrer berühmtesten Songs:
- 30 Days in the Hole: Ein bluesiger Groove mit Marriotts markanter Stimme, der zum Evergreen wurde.
- Hot ’n’ Nasty: Ein Boogie-Rock-Stück, das die Energie ihrer Live-Shows einfing.
- C’mon Everybody: Eine Coverversion des Eddie-Cochran-Klassikers, die zum Partyhit avancierte.
Doch nicht nur die Musik war revolutionär – auch die Produktion. Analogue Productions veröffentlichte 2025 eine Neuauflage auf 180-Gramm-Vinyl, geschnitten mit 45 U/min für maximalen Klang. „Man hört jedes Detail, jeden Atemzug von Steve“, schwärmte ein Rezensent. Und tatsächlich: Die Neuauflage offenbart, warum Smokin’ bis heute als Referenz für Blues-Rock gilt.
Das tragische Ende und das unsterbliche Erbe
Humble Pie lösten sich 1975 offiziell auf, doch Steve Marriott blieb dem Rock treu. Er gründete die Band Packet of Three und tourte bis zu seinem Tod 1991. Die Umstände seines Ablebens sind bis heute mysteriös: Marriott starb bei einem Hausbrand, ausgelöst durch eine Zigarette. „Er hat immer gesagt, er will nicht alt werden“, erinnerte sich sein Freund David Gilmour. „Aber dass es so enden würde, hätte niemand gedacht.“
Doch Marriotts Vermächtnis lebt weiter. Bands wie Aerosmith, die Black Crowes oder sogar die Arctic Monkeys nennen ihn als Einfluss. Seine Stimme – rau, soulvoll und voller Emotion – ist bis heute einzigartig. Und Humble Pie? Sie gelten als eine der unterschätztesten Bands der Rockgeschichte. „Sie hatten alles: Energie, Talent, Attitüde“, schrieb der Rolling Stone. „Doch sie waren zu wild für die Massen – und genau das macht sie heute so besonders.“
2025 gab es gleich mehrere Gründe, sich an Humble Pie zu erinnern:
- Die Neuauflage von As Safe As Yesterday Is: Endlich in der Qualität, die die Band verdient – remastered von den originalen Bändern.
- Live-Aufnahmen: Eine CD mit bisher unveröffentlichten Konzertmitschnitten aus den 70ern zeigt die Band in Bestform.
- Dokumentationen: Neue Filmprojekte beleuchten das Leben von Steve Marriott und die Geschichte der Band.
Fazit: Warum Humble Pie heute wichtiger sind denn je
Humble Pie waren mehr als nur eine Rockband – sie waren eine Explosion aus Energie, Blues und purer Lebenslust. Steve Marriott, der kleine Mann mit der großen Stimme, verkörperte alles, was Rock ’n’ Roll ausmacht: Rebellion, Leidenschaft und den Willen, bis zum Umfallen zu spielen. Dass ihre Musik heute wiederentdeckt wird, ist kein Zufall. In einer Zeit, in der Musik oft glatt und berechenbar klingt, wirken Humble Pie wie ein frischer Wind aus einer Ära, in der Rock noch wehtat.
Die Neuauflagen ihrer Alben, die wiederentdeckten Live-Aufnahmen und die Hommagen heutiger Bands zeigen: Humble Pie sind zeitlos. Ob du 30 Days in the Hole zum ersten Mal hörst oder seit Jahrzehnten Fan bist – ihre Musik hat nichts von ihrer Kraft verloren. Und vielleicht ist das das größte Kompliment, das man einer Band machen kann: Sie klingt heute noch genauso wild wie 1972.
Wer mehr über die Verbindung von Rock und Rebellion erfahren will, sollte einen Blick auf Plastic People of the Universe werfen – eine Band, die wie Humble Pie mit Musik die Welt verändern wollte.
FAQ
Warum verließ Peter Frampton Humble Pie?
Frampton wollte sich musikalisch neu orientieren und mehr in Richtung Singer-Songwriter gehen, während Steve Marriott härteren Blues-Rock bevorzugte. Die Differenzen wurden zu groß, und Frampton verließ die Band 1971 nach den Aufnahmen zu Smokin’.
Was war das Problem mit dem Mastertape von As Safe As Yesterday Is?
Das originale Mastertape verschwand 1969 auf dem Weg zum Mastering-Studio in New York. Die Band musste mit einer minderwertigen Abhörkopie arbeiten, was zu einem flachen, dumpfen Klang führte. Erst 2025 tauchte ein Sicherheitsmaster auf, der eine Neuauflage in Originalqualität ermöglichte.
Welche Bands wurden von Humble Pie beeinflusst?
Bands wie Aerosmith, die Black Crowes, die Arctic Monkeys und sogar Guns N’ Roses nennen Humble Pie als Einfluss. Besonders Steve Marriotts rauchige Stimme und die bluesige Rock-Attitüde prägten Generationen von Musikern.
Gibt es neue Veröffentlichungen von Humble Pie?
Ja! 2025 erschienen gleich mehrere Neuauflagen, darunter As Safe As Yesterday Is in remasterter Qualität und eine CD mit bisher unveröffentlichten Live-Aufnahmen. Auch Dokumentationen über die Band sind in Planung.
Wie starb Steve Marriott?
Marriott starb 1991 bei einem Hausbrand, ausgelöst durch eine Zigarette. Die genauen Umstände sind bis heute nicht vollständig geklärt. Er wurde nur 44 Jahre alt.



